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Dumm, dümmer, Ricardo Ricco? Drucken E-Mail
Ich an seiner Stelle hätte mich weder vor den Etappensiegen, noch danach so geäußert, wie es der Saunier Duval-Star Ricco getan hat. In einem Interview, von dem man ausgehen kann, dass es die Welt erfährt, zu sagen, dass man schon sehr beeindruckt ist und zwar von seiner eigenen Leistung, ist entweder nicht ganz schlau, oder aber das Ergebnis einer ausgepägten narzistischen Ichstörung. So gesehen ist der junge Mann aus dem Mutterland des Radsports vielleicht gar nicht dumm, sondern krank.
Ricco ließ in der Zwischenzeit wieder von sich hören. Er beteuert seine Unschuld, verlangt eine Gegenprobe und richtet - obwohl ihm eine zweijährige Haftstrafe droht - schon wieder markige Worte an die Konkurrenz: "Ich werde zurückkommen, und ich werde stärker sein als zuvor." Die Zuneigung seiner Landsleute hat er aber verloren. "Ricco ist wie Pantani: 50 Kilo Fleisch, Knochen und Doping", schreibt "La Stampa".

Währenddessen hat auch sein Mannschaftskollege Piepoli den Gebrauch von unerlaubten Substanzen eingeräumt.
Da hat man sich wohl in Sicherheit gewähnt, fleißig mit dem Präperat Cera nachgeholfen und der Öffentlichkeit erklärt, dass die skurilen Blut- und Hormonwerte genetisch bedingt und schon seit Kindesbeinen so außergewöhnlich seien. Aber die Tour ist nicht der Giro! Und wir Radsportbegeisterten sind nicht komplett verblödet. Leistungen, wie sie dieses Jahr von den Herren der Pro-Tour-Mannschaft Saunier Duval zu sehen waren, oder die, die im letzten Jahr von den Herren Rassmusen und Contador und 2006 von den Herren Landis und Basso gezeigt wurden, verlangen mir inzwischen keinen Respekt mehr ab. Nein! Solche Leistungen machen mich lediglich mißtrauisch. Ich will keine Bergsprints bei 15% Steigung, keine Alleinfahrten über 140 Kilometer quer durch die Alpen mit anschließendem Etappensieg und auch kein so dominantes Team wie es US Postel und später Discovery Channel war, mehr sehen.
Nach den jüngsten Dopingfällen ziehen sich wohl 2 weitere Sponsoren zurück. Der richtige Weg wie ich meine. Denn vielleicht bemerken die, die für das Doping verantwortlich sind, dass sie mit ihrem Verhalten keineswegs mehr Geld verdienen und bessere Verträge abschließen, sondern die Arbeitsplatzsituation im Profiradsport verschärfen.  
Leider glaube ich immer noch nicht daran, dass die oft beschwörte Wende im Radsport vollzogen wurde. Ein Indiz dafür dürfte wohl die Werbe-Email sein, die vor der großen Schleife, die Profi Teams erreichte. Da bietet ein südspanischen Labor mit Namen "Universidad de Extremadura" doch tatsächlich Dopingtest für 50 Euro/Sportler feil, damit der Sportler genau auf den Punkt dopen kann, ohne erwischt zu werden.
Bezeichnend ist, dass diese Offerte aus dem Land stammt, dass nicht gewillt ist den Skandal um Dr. Fuentes aufzuklären. Hat man dort Angst, dass die heilige Kuh Fussball vielleicht auch betroffen sein könnte?  
 
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